09.02.2016

letzte Änderung: 12.02.2016

Foto: Ennsthaler Verlag Steyr. Mit freundl. Genehm.
Foto: Ennsthaler Verlag Steyr. Mit freundl. Genehm.

Bert Ehgartner: 

Die Hygienefalle. Schluss mit dem Krieg gegen Viren und Bakterien.

 

Buchbesprechung von Frank Reitemeyer      

 

Der bekannte Medizinjournalist Bert Ehgartner legte Ende 2015 ein neues Buch vor, das ein erschreckendes Bild liefert über eine völlig aus dem Ruder gelaufene Medizin, die kaum mehr dem Menschen dient. Darin diagnostiziert er einem möglichen wie wünschenswerten Paradigmenwechsel allenthalben bestehenden Widerstand, weil die Profiteure auf höchsten Ebenen agieren. Das hatte schon der vormalige Gesundheitsminister Horst Seehofer ausgeplaudert.

 

Die Widmung gibt darum schon Mal die Richtung vor: „Gewidmet den Restbeständen unabhängiger Wissenschaft“. Hier ist das Vorwort zu lesen, in dem die wichtige wie bestürzende Erkenntnis steht: 

 

"Unsere Gesellschaft hat der Industrie die medizinische Wissenschaft überlassen und auf unabhängige öffentliche Kontrolle fast vollständig verzichtet. Heute sehen wir das Resultat dieser Politik: eine Bevölkerung, die auf die

Bedürfnisse der Wirtschaft hin optimiert ist und von der Wiege bis zur Bahre Therapien braucht –vom Kaiserschnitt bis zur finalen Chemotherapie."

 

Das falsche Paradigma, das Bakterien und Viren als unsere Feinde ansieht, die man ausrotten müsse, anstatt den Symbiose-Charakter und die in uralten Weisheitslehren noch lebendige Idee des Alles-ist-mit-allem-Verbundenseins zu erkennen, führt nicht nur zu einem immer unsinnigeren „Wettrüsten“ mit immer stärkeren Antibiotika gegen zunehmend resistenter werdenden (Krankhaus)-Keimen, sondern auch zu immer mehr Krankheiten, die immer häufiger iatrogen, also durch Ärzte verursacht, sind. Auch die immer häufigeren Impfungen spielen dabei eine Rolle – denn wir impfen uns ja nicht gesünder, sondern immer kränker.

 

Die Sache mit den Viren, deren Existenz und krankmachenden Charakter er nicht in Frage stellt (sich also nicht an den fortgeschrittenen Impfgegner richtet), und die vom Erbgut der Wirtszellen lebten, erklärt Ehgartner griffig mit „Taschendiebe der Biologie“. Das Virus-Modell, das sogar zum ersten Mal vor Gericht verhandelt wird, wird nicht zur Disposition gestellt, jedoch werden sie von der Rolle als Bösewichte freigesprochen und bekommen eine konstruktive Rolle als Motor der Evolution. Darum warnt Ehgartner auch vor einem Rundumschlag gegen Bakterien und Viren, die er auch medizinhistorisch beleuchtet, und plädiert für mehr Prävention statt Präventivschläge.

 

Die starke Zunahme von Allergien nach Impfungen hält der Autor für kritikwürdig. Am Nimbus der Heiligen der Wissenschaft, Louis Pasteur und Robert Koch, wird nicht gekratzt. Allerdings bekommen seine Hygieniker-Gegenspieler Virchow und Pettenkofer genug Raum, der zu Weiterdenken einlädt, was über den Tellerrand der gegenwärtigen schulmedizinischen Dogmen hinausgehen würde.

 

Mit dem Finnländischen Impf-Paradoxon legt der Impfkritiker Ehgartner den Finger in die Wunde. Denn Finnland wurde in den 1980er Jahren zum Impf-Musterland mit Durchimpfungsraten von nahezu 100%. Auch die Dokumentation ist einzigartig, da sie parallel mit dem Impfprogramm erfolgte. Sonst sind Wirksamkeitsstudien nur retroperspektiv und damit ungenau. In Finnland sorgte die hohe Durchimpfungsrate aber nicht zu mehr gesunden oder Kindern, sondern nur zu anderen Erkrankungen.

 

Als die Maserninfektionen durch die Impfaktion zurückgingen, gingen aber weder die Gesamtzahl der Todesfälle, noch die der schweren Verläufe wie Gehirnentzündung zurück. Lediglich die auslösenden Erreger dafür hatten sich verändert. Waren zuvor Masern-, Mumps- und Rötelnviren dafür verantwortlich gemacht, fand man jetzt Windpocken-, Entero- und RS-Viren. Auch Keime wie Chlamydien und Herpesviren wurden vermehrt festgestellt.

 

Die Rolle der Masernviren wurde also von anderen Erregern übernommen, am Spielplan hat sich nichts geändert, nur die Schauspieler wurden ausgewechselt. Das nennt Bert Ehgartner Erregerverschiebung (beim Herausgeber Hans Tolzin von Deutschlands ältester impfkritischen Fachzeitschrift impf-report, der seit 2004 erscheint, wird dieses Phänomen Diagnoseverschiebung genannt). Ehgartner meint daher zu Recht, daß man nicht zu sehr auf den Erreger, sondern die Empfänglichkeit der Kinder gucken muß, also das Keimmilieu, was schon Béchamp wußte.

 

Auch die rasante Zunahme des Autismus findet Ehgartner zu Recht besorgniserregend. Spannend zu lesen in der "Hygienefalle" seine Darstellung, wie offizielle Stellen stets den Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus leugnet, ja sogar einen der Whistleblower Dr. Andrew Wakefield fertig machten und ihn falsch als Betrüger hinstellten. Das hatte Ehgartner schon auf seinem Blog mitgeteilt. Bis mit einem der Chef-Virologen der US-Seuchenbehörde CDC, Wiliam Thompson, der selbst an Studien mitarbeitete, die diesen Zusammenhang als widerlegt ausgaben, der Kragen platzte, er Gewissenbisse bekam und selbst zum Whistleblower wurde. Thompson entschuldigte sich bei Wakefield persönlich in einer Email, er habe Recht, es gäbe diese Zusammenhänge, die CDC wüßte dies und würde dies gegenüber der Bevölkerung vertuschen.

 

Ehgartner nennt es Vertuschungskomplott. Das ist angesichts der in letzter Zeit verstorbenen impfkritischen Ärzte in den USA auch gerechtfertigt. Kein Geringerer als ein Neffe es ermordeten J. F. Kennedy, der öffentlich vor einer Verschwörung warnte, die alle Männer und Frauen versklaven wolle, Robert F. Kennedy Jr., unterstützt Thompsons Aufdeckungen. Im impf-report Nr. 109 ist dieser Autismus-Betrugsfall, wo Täter- und Opferrolle jahrelang vertauscht waren, ausführlich behandelt. Das Heft gibt es auch als kostenlosen download.

 

Foto: Ennsthaler Verlag Steyr. Mit freundl. Genehm.
Foto: Ennsthaler Verlag Steyr. Mit freundl. Genehm.

Bert Ehgartner hatte sich bereits 2013 mit seinem Dokumentarfilm Die Akte Aluminium Verdienste in Sachen Patienten- und Verbraucherschutz erworben. Die Aluminium-Katastrophe, auch in Impfstoffen, wird daher nicht übersehen. Er benennt die falsche Logik der Medizin, die keinen besonderen Anstieg des Aluminiumgehaltes in Urin und Blut von geimpften Babys finden können und dies als positiv ansehen. Dabei wird jedoch - Zufall oder Absicht - übersehen, daß es sich als Depotgift in den Zellen und im Gehirn festsetzt und Schäden verursacht.

 

Auch die verlogene Umdefinition des Begriffs Placebo wird kritisiert. Verstand man früher darunter, daß eine Kontrollgruppe harmlose Zuckerpillen oder eine Kochsalzlösung bekam, wird jetzt derselbe Wirkstoff verabreicht, nur in geringerer Dosis. Die möglichen Unterschiede und Nebenwirkungen fallen daher nicht mehr groß auf.

 

Ehgartner sieht uns auf den Weg zur Medizin-Diktatur. Wir müssen sofort etwas tun. Die Impfkritik sollte auch das Lagerdenken einschränken und koordinierter gegen den Pharma- und Impfwahn auftreten.

 

Die erste Auflage ist inzwischen, nach nur drei Monaten, ausverkauft. "Die Hygienefalle" wird zu Recht ein Besteller werden.

 

PLUS:

+ gute, aktuelle Übersicht über den Stand der Medizin inklusive seiner dunklen Seite

+ es werden konkrete Forderungen benannt

+ auch für Laien verständlich geschrieben

 

MINUS:

- die indirekte Distanzierung von Dr. Lanka erscheint ob dessen Verdiensten übertrieben

- keine Bilder, Grafiken, Begriffserklärungen

- Lektorat ist befriedigend, Tippfehler kommen vor, Übersetzungen oft holprig          

 

Der Impfkritikers Hans Tolzin hat ebenfalls eine Rezension der "Hygienefalle" verfaßt.

Eine weitere Rezension gibt es von der Heilpraktikerin "Anna Logo".

 

Der Autor im Video-Interview Anfang November 2015:

 

Bert Ehgartner: Die Hygienefalle. Schluss mit dem Krieg gegen Viren und Bakterien.

2015 Ennsthaler, 249 Seiten, Taschenbuch, 19,90 Euro.